Kultur und Werte
Der menschliche Körper steht für Perfektion.
Diese Überzeugung, der man mit religiöser Inbrunst anhängt, ist immer noch das Fundament von imperialer Kultur und Moral. Genmanipulation gilt als verpönt, ein gewisses Maß an genetischen Korrekturmaßnahmen wird dennoch geduldet, vermutlich, um Defekte, wie etwa die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten auszugleichen.
Der Glaube an die Heiligkeit des menschlichen Körpers geht auf den ersten Imperator, Henson Duval, zurück. Obwohl er, anders als die altrömischen Kaiser, nie tatsächlich behauptete, von den Göttern abzustammen, erklärte er sein Ebenbild zum Ideal, dem es nachzueifern gilt. In jedem Haushalt musste also eine Statue oder Büste des Imperators an einem Ehrenplatz stehen.
Auch erwartete man von den imperialen Bürgern, allen gesundheitsschädlichen Gewohnheiten, wie zum Beispiel der Konsum von Drogen, abzuschwören. Am Besitz von Sklaven nimmt man hingegen so wenig Anstoß wie man es am Besitz eines wundervollen Kunstwerkes tun würde. Die Misshandlung eines Sklaven wird daher auch als Akt des Vandalismus verstanden. Den eigenen Körper zu pflegen und ihn mit Juwelen und teuren Kleidern zu schmücken, ist kein Zeichen von Eitelkeit, sondern Bürgerpflicht. Gut genährte und gepflegte Sklaven sind ebenfalls ein Beleg für den guten Charakter des Besitzers.
Das Wort des Imperators ist Gesetz.
Der Nachfolger des Imperators wird vom Senat gewählt obwohl die Duval-Dynastie eine so breite Machtbasis hat, dass kein Thronanwärter je aus einer anderen Familie stammte.
Die genetische Selektion sorgte jahrhundertelang dafür, dass es immer einen männlichen Erben gab. Arissa Lavigny-Duval ist die erste Frau auf dem Thron. Marlin Duval wird manchmal als erste weibliche Herrscherin des Imperiums beschrieben, aber das ist nicht korrekt: die Kolonie wurde als Demokratie gegründet.
Ehre ist alles.
Der hohe Wert, den man der Ehre beimisst, verbindet alle Schichten der imperialen Gesellschaft. Man kann seine Ehre auf vielerlei Weise einbüßen: durch nicht beglichene Schulden, mangelndem Respekt einem Vorgesetzten oder mangelnde Fürsorge einem Abhängigen gegenüber, durch den Bruch eines Versprechens, den Einsatz feiger Kriegswaffen wie Nervengas oder die Schädigung des eigenen Körpers.
Sklaverei ist akzeptabel, Sklaven müssen aber gut behandelt werden.
Im Imperium ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Armen und Entrechteten für einen kleinen Geldbetrag für gewisse Zeit beim Militär verpflichten. Die imperiale Sklaverei folgt einer ähnlichen Logik: Jemand kann sich in die Sklaverei verkaufen, um seine Schulden zu begleichen und seine Ehre wiederherzustellen. Sich in die Sklaverei zu verkaufen ist ein völlig legaler Vorgang. Die Familie erhält dafür einen garantierten Geldbetrag, es ist also eine gängige Option für alle Verzweifelten. In der Praxis stellen jedoch viele fest, dass es sehr viel länger dauert als gedacht, ihre Schulden zurückzubezahlen.
Menschen werden auch gegen ihren Willen in die Sklaverei gezwungen. Manchmal verurteilen Senatoren Menschen niedrigen Rangs dazu, ihre Bürgerrechte zu verlieren und zu Sklaven zu werden. Meist werden aber einfach so hohe Geldstrafen verhängt, dass dem Bürger gar nichts anderes übrig bleibt, als sich zu verkaufen.
Sklaven werden in Konflikten manchmal auch als Geiseln genommen und aus ihrem Zuhause entführt. Während der Sklavenhandel im gesamten Imperium, mit Ausnahme von Emerald, legal ist, dürfen in Friedenszeiten neue Sklaven nur mit Zustimmung eines Senators genommen werden.

