Zelada


Das Zelada System wurde ungefähr um die gleiche Zeit besiedelt wie Ququve, allerdings von einer fundamentalistischen, religiösen Sekte, die eine Welt suchte, auf der sie eine Buße für die Menschheit tun konnte. Die Zustände, die sie in New Africa vorfanden, paßten bemerkenswert gut zu ihren Anforderungen. Das Leben war hart, kompromißlos und rauh. Die Neuankömmlinge auf New Africa mußten sich mit einem bitteren Klima abfinden, sturzflutartige Graupelschauer und elektrische Stürme mit Winden, die Orkanstärken erreichten, und schnell wandernde Gletscher. Die ersten drei Siedlungen wurden von diesen Naturgewalten überrannt, und die gesamte anfängliche Ausrüstung, die sie von Quphieth mitgebracht hatten, ging innerhalb des ersten Jahrzehnts verloren.

Moderne archäologische und paläontologische Untersuchungen des Planeten haben gezeigt, daß die Temperatur auf New Africa in der Vergangenheit einmal viel freundlicher gewesen sein muß, als sie es in der Gegenwart ist. Die Welt bewegt sich gegenwärtig durch eine sehr lange Eiszeit, aber vor der jetzigen kalten Periode gab es die Gelegenheit für viele Lebensformen, dieses Land zu besiedeln. Die Tiere, die in New Africa beheimatet sind, sind verbissene Jäger und können in dem rauhen Klima, in dem ein Mensch in wenigen Sekunden bis auf die Knochen gefriert, bestens überleben. Die frühen Siedler mußten die primitiven Jagdkünste und Fähigkeiten neu erlernen, um überleben zu können, und ihr Abstieg in eine primitive Lebensweise und Kultur dauerte nicht lange.

Die strengen Konditionen, die die frühen Siedler hinsichtlich jeglicher Einmischungen in die Angelegenheiten der Kolonie von außen aufgestellt hatten, bedeuteten, daß es drei Generationen lang zu keinem Kontakt mit den Gruppen kam. Die frühen religiösen Siedler hatten mit Nachdruck darauf bestanden, daß jegliche Kommunikation mit der Außenwelt nicht akzeptiert werden würde, und daß Zulieferungen zerstört würden. Es war ein reiner Unfall, daß die Birchwood New Spirit des Lord Woodwind Ensembles, das auf dem Weg nach Aymiay zu einem Konzert war, aus dem Hyperspace katapultiert wurde und in der Nähe des Zelada Systems landete. Die Mannschaft des Raumschiffes schaffte es, die Umlaufbahn von New Africa zu erreichen und ein Not-Raumschiff zu landen. Die winzige Siedlung, die daraus entstand, sollte später zu dem Rush Depot heranwachsen, dem größten Sternenhafen des Planeten.

Während die Musiker bemüht waren, unter den widrigen Umständen in Rush Depot mühselig am Leben zu bleiben, machte sich die Mannschaft des Schiffes auf die Suche nach den ursprünglichen Siedlern. Es wurden keine Hinweise auf ihre ersten Lager gefunden, aber die letzten Überlebenden der primitiven Gesellschaft des religiösen Ordens wurde gefunden. Sie lebten ein nomadisches Leben, jagten die heimischen Allesfresser und ernteten wilde Gräser und Wurzeln. Statt mit ihnen Kontakt aufzunehmen, entschloß sich der Kapitän, diese Überreste der Menschheit in Frieden zu lassen, und sendete stattdessen eine Notrufmeldung an die Föderation, in der er die Notlage beider Gruppen schilderte.

New Africa wurde von einer gemischten Gruppe von Wanderern ohne Plan neu besiedelt. Die ursprüngliche Kolonie war gescheitert, und eine Art von planetarem Squatterrecht wurde bei der Aufstellung von Gesetzen für New Africa die Norm. Dieser Trend setzt sich bis heute fort, und der Planet leidet unter einer Anarchie ohne klare Verfassung oder politische Zugehörigkeit. Das Zelada System ist heute synonym für Banditentum und Entführungen, aber die an Mineralien reichen äußeren Welten ziehen immer noch eine Menge Bergleute und Hoffnungsvolle an. Händler besuchen das System, trotz der hohen Vorkommnisse von Piraterie, und freiberufliche Kopfgeldjäger betrachten die Anschlagbretter auf Zelada als einen nützlichen Jagdgrund für Informationen. Frontier: Elite II – The Gazetteer