~~CLOSETOC~~
„Sternenhäfen: mit uns eine sichere Sache.„
Die Brewer Corporation, die vor allem für die ikonische Coriolis-Stationen berühmt ist, gilt seit 2752 als Synonym für Sternenhäfen.
Der Bau der ersten Coriolis-Station, entworfen von Timothy Brewer mit dem Ziel, den Komfort im Weltraum zu erhöhen, verschlang nahezu eine Milliarde Credits und dauerte fast vier Jahre. Die Station war keine ästhetische Glanzleistung, ließ sich jedoch relativ leicht montieren. Die schweren Komponenten konnten vor Ort aus günstigen Materialien hergestellt werden. Das Modell konnte gleich mit mehreren neuen Features glänzen: Sie besaß ein sich selbst regulierendes Biom, Wohntrakte, die es an Komfort mit solchen auf Planetenoberflächen aufnehmen konnten, einen erstklassigen medizinischen Service und ein innovatives zylindrisches Andocksystem. Im Jahr 3200 war Brewer der wichtigste Hersteller von Sternenhäfen.
Nach mehreren Jahrzehnten und zahllosen Tests brachte man schließlich ein zweites Modell auf den Markt: Orbis. Es sollte der leichte, moderne Gegenpart zur Coriolis-Station sein. Zudem war man für die Konstruktion des Orbis-Sternenhafens weniger stark auf die lokalen Metall-Ressourcen angewiesen. Man behielt den Andockzylinder bei und fügte zusätzliche Bereiche mit voller Schwerkraft hinzu.
Der Orbis-Sternenhafen wurde in wohlhabenderen Systemen zum Verkaufsschlager, andernorts klagte man über den als exorbitant hoch empfundenen Preis. Brewer reagierte ungerührt auf die Vorwürfe. Die hohen Sicherheitsstandards und das gründliche Testverfahren würden den Preis mehr als rechtfertigen. Dies hielt allerdings einige Wettbewerber nicht davon ab, ihre eigenen Nachbauten des Orbis-Sternenhafens für einen Bruchteil der Kosten auf den Markt zu bringen.
Einer der Konkurrenten war die Merritt Group, ein Newcomer der Branche, der sich vormals vor allem auf dem Gebiet der planetaren Infrastruktur betätigt hatte. Das Unternehmen entwickelte den Nostrum-Sternenhafen heraus, eine preisgünstige Orbis-Alternative. Firmenchef Caleb Ferrin prahlte mit den technischen Finessen der Station und verstieg sich zu der Behauptung, damit hätten überteuerte Modelle ein für alle Mal ausgedient.
Ferrin wurde schmerzhaft widerlegt, als im Jahr 3255 ein verhängnisvoller struktureller Fehler im Hauptring einer Nostrum-Station im System Tau Ceti über 100.000 Menschen das Leben kostete. Ermittler stellten später fest, dass die Katastrophe auf „mangelnde Sicherheitsvorkehrungen“ zurückzuführen sei. Es sei nicht gelungen, einen durch Materialermüdung verursachten Schaden zu beheben.
Nach einer öffentlichen Untersuchung, in der Videoaufnahmen des Unglücks für alle Welt zugänglich gemacht wurden, war Merritt faktisch erledigt, während Brewer davon profitierte. Brewer nannte den Zwischenfall ein „tragisches Unglück, das durch Sorgfalt und Sicherheitsvorkehrungen verhindert hätte werden können.„ Die Merritt Group musste ihre Sternenhafen-Sektion im Jahr 3257 schließen. Brewer konnte sich so als alleiniger Anbieter orbitaler Infrastruktur etablieren. Seither gab es keine weiteren Herausforderer mehr.